Der Berufsauftrag für Lehrpersonen legt fest, wie viel Stundenaufwand den Lehrpersonen angerechnet wird, z.B. für das Vorbereiten von Lektionen oder die Funktion der Klassenlehrperson. Für letzere sind es 100 Stunden für ein ganzes Jahr. Bei 22 Kindern ist da mit einem Elternabend und Elterngesprächen schon über die Hälfte aufgebraucht. Dass 50 Stunden für Klassenaktivitäten, Konfliktmanagement, Koordination usw. für ein ganzes Jahr nicht genügen können, leuchtet jedem ein.
Solche Punkte will die Revision angehen, über die wir Ende September abstimmen. Ja, natürlich, es kostet, wenn wir für Lektionenvorbereitung und Klassenlehrfunktion mehr Stunden anrechnen. Aber es kann nicht sein, dass die Lehrpersonen das für unsere Kinder in ihrer Freizeit leisten müssen. Die meisten Lehrpersonen tun nämlich genau dies, weil ihnen ihre Arbeit ein Herzensanliegen ist. Das erlebe ich in meinem eigenen Umfeld.
Das Referendum gegen diese Vorlage wurde ergriffen, weil die Kostenfolgen für die Gemeinden als beträchlich eingestuft werden. Zwei Punkte möchte ich dazu einbringen: Erstens ist nicht gesagt, dass alle zusätzlich abzudeckenden Arbeitsstunden in «Lehrerlöhnen» anfallen, ein Teil kann über Assistenzen oder Admin-Personal abgedeckt werden. Es ist zu klären, welche Aufgaben die Lehrpersonen abgeben können. Zweitens müssen wir den Kostenverteiler diskutieren: Der Kanton bezahlt heute nur einen kleinen Anteil der «Lehrerlöhne», schreibt aber immer mehr vor. «Wer zahlt, befiehlt» gilt da nicht mehr. So hat der Kanton wenig Anreiz, kostensparende Vorgaben zu machen, und die Gemeinden müssen den Grossteil der Mehrkosten unter anderem dieser Vorlage übernehmen. Als Grünliberale haben wir diesen berechtigten Punkt aufgenommen und Vorstösse lanciert. Es geht aber nicht an, dass wir diese Pendenz auf dem Rücken der Lehrpersonen austragen und diese Vorlage deshalb nicht annehmen.
Weil die GLP im Kantonsrat bereits Vorstösse lanciert hat, um die Kostenüberwälzung auf die Gemeinden anzugehen, kann ich am 27. September Ja sagen zu dieser Vorlage.
Stefanie Huber, Kantonsrätin Grünliberale (GLP)