Dass die Schulanlage Stägenbuck als Denkmalschutzobjekt im lnventar des Kantons Zürich aufgenommen wurde, ist schwer verständlich. Die Schule ist kein Museum, sondern muss den Anforderungen eines modernen Schulbetriebs künftiger Generationen entsprechen. Die GLP hat deshalb bereits 2017 mit einem Postulat von Stefanie Huber verlangt, offene Fragen zu klären und ein Provokationsbegehren vertieft zu prüfen, das die Entlassung aus dem Inventar schützenswerter Bauten verlangt hätte. Umfangreiche Abklärungen zeigten jedoch, dass ein Entlassungsverfahren aufwändig und wenig erfolgversprechend gewesen wäre.
Die Stadt hat deshalb entschieden, die Situation zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen, anstatt Ressourcen in einen Rechtsstreit ungewissen Ausgangs zu investieren. Dieselben Überlegungen wie damals gelten auch heute noch. Bei einem verlorenen Rechtsstreit würden sämtliche mit der Denkmalpflege ausgehandelten Zugeständnisse hinfällig. Eine vollwertige Totalsanierung, der Abbruch des Hallenbads und Ergänzungsneubauten wären dann allenfalls nicht mehr möglich. Das Risiko für ein Worst-Case-Szenario ist also erheblich.
Würde der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Schulanlage abgerissen und neu gebaut werden könnte, gäbe es jedoch nicht so viel zu gewinnen, wie gewisse Kreise behaupten. Der Denkmalschutz bringt zwar Herausforderungen mit sich, und es wird mit Mehrkosten von ca. 2.4 – 3.1 Mio. gerechnet. Ein Neubau wäre jedoch nicht günstiger, sondern rund 12% teurer. Zudem wäre er nicht automatisch besser. Dank der zugelassenen Sanierungstiefe entsteht auch mit dem Sanierungsprojekt ein neuwertiges Schulhaus, das den heutigen Bedürfnissen und Standards entspricht.
Nicht befriedigend ist, dass das sanierte Gebäude in energetischer Hinsicht nicht mit einem Neubau mithalten kann. Zwar werden die Umbaugrenzwerte eingehalten und durch den Verzicht auf einen Abbruch graue Energie eingespart; genaue Zahlen dazu liegen jedoch nicht vor.
Mit einer Ablehnung des Projekts wäre dennoch nichts gewonnen. Die erhoffte Entlassung aus dem Inventar schützenswerter Bauten und damit die Möglichkeit an gleicher Stelle einen Ersatzneubau zu realisieren, ist heute genauso ungewiss und risikobehaftet wie damals. Und selbst wenn dies gelänge, wäre das Neubauprojekt deutlich teurer – bei äusserst überschaubarem Mehrwert. Stimmen Sie deshalb Ja zum Projektierungskredit «Stägenbuck» – für eine konstruktive, zukunftsfähige Lösung.
Angelika Murer Mikolásek, Gemeinderäting Grünliberale (GLP) Dübendorf